Ausser Haus
Forderungen der Studierenden der Fak1
Verabschiedet von der Studentischen Vollversammlung vom 17. Mai 2006
Die Studierenden der Fakultät 1 fordern einen offenen Dialog mit der Hochschulverwaltung sowie allen Mitgliedern der Fakultät.
Im Fakultätsrat am 10 Mai 2006 forderten die Studierenden der Klasse Douglas die Anerkennung der Lehre ihres Professors, um die von ihm eingereichte Kündigung rückgängig machen zu können. Dabei kam es u.a. zur Unterstellung des Präsidenten, die Studierenden würden hier nicht in ihrem eigenen Interesse handeln, sondern von den ProfessorInnen instrumentalisiert werden, da Studierende in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihrer/m ProfessorIn stehen. Außerdem seien Studierende nicht im Stande, über die Studiensituation angemessen zu urteilen.
Wir wehren uns vehement gegen eine derartige Entmündigung der Studierendenschaft und fordern die Einhaltung einer demokratischen und transparenten Kommunikation, sowie die Gewährleistung des Mitspracherechts bei Entscheidungen aller uns direkt betreffenden Fragen bezüglich der Lehre an der UdK.
Die Studentenschaft der Fakultät Bildende Kunst erwartet, dass der Präsident Herr Prof. Rennert zu seinem Verständnis des Verhältnisses von Studierenden und Lehrenden Stellung bezieht.
I. LEHRE
Wir fordern eine FREIE LEHRE, die von den einzelnen DozentenInnen gemeinsam mit ihren Studierenden erarbeitet und in der Praxis erprobt und erweitert wird. Diese Lehrkonzepte sind nach Maßgabe der einzelnen dafür Verantwortlichen unterschiedlich ? müssen unterschiedlich sein. Wir fordern Differenz und Vielfalt anstatt Einfalt. Wir lehnen ein von der Verwaltung bestimmtes Lehrsystem a la 18 Std. pro Woche ab ? vielmehr kommt es auf das Gesamtkonzept an. Es muss möglich sein, dass auf Grundlage unterschiedlicher Konzepte Blockveranstaltungen und weiteres möglich sind. Wir fordern von den Lehrenden der Fakultät 1 eine Auseinandersetzung mit der Situation der Fakultät und erwarten ein zeitgenössisches Lehrkonzept.
Wir fordern, dass die Fakultät einen 5-Jahresplan entwickelt, in dem sie zur Disposition stellt, wie die Lehre an dieser Fakultät in Zukunft gestaltet werden soll. Dieser muss folgende Punkte berücksichtigen:
1.Lehre: Wir fordern Internationalität in Forschung und Lehre Wir fordern eine Entbürokratisierung der Lehre, d.h. keine starre Auslegung in Form von 18 Semesterwochenstunden Anwesenheitspflicht, Wochenend- und Blockseminare müssen möglich sein Wir fordern eine Ringvorlesung die über den Zeitraum von ca. 1850 bis heute über künstlerische Positionen und Konzepte informiert und dabei Gebiete wie Architektur, Design etc. einbezieht Der Beschluss des Instituts Kunstwissenschaft und Ästhetik, dass Lehraufträge nur noch an promovierte DozentInnen vergeben werden, muss aufgehoben werden
2. Neubesetzung zugewiesener Stellen: Zugewiesene Stellen müssen sofort ausgeschrieben und besetzt werden Stellenbesetzungen und Berufungsverfahren müssen transparent und zügig ablaufen um eine adequare Lehre zu gewährleisten Keine Einerlisten bei Besetzungslisten von Professuren Bis zur Neubesetzung offener Professuren müssen diese mit Gastprofessuren überbrückt werden (ab dem WS 2006). Die Studierenden entscheiden hierbei selbst in einer Vollversammlung, wer die Lehre antreten soll und teilen dann der Fakultät ihre Beschlüsse mit Stellenbesetzungen müssen durch unterschiedliche künstlerische Positionen und eine paritätische Besetzung nach XX und XY erfolgen
3. Werkstätte: Wir fordern eine Aufstockung der Stelle im Großfarbfotolabor auf eine ganze Stelle Wir fordern die Stelle Medienwerkstatt mit einer zuverlässigen und kompetenten Kraft zu besetzen Wann wird die Stelle für die Holzwerkstatt besetzt? Wann wird die Siebdruckwerkstatt neu besetzt? Wann wird die Buchbinderwerkstatt wieder eingerichtet? Wann wird eine Computer- und Medienwerkstatt eingerichtet, die dem tatsächlichen Bedarf der Studierenden der Fakultät 1 abdeckt?
4. Lehramt Bildende Kunst: Wir fordern die Wiederbesetzung der Stelle für Spiel und Bühne zur Lehramtsausbildung Wir fordern, dass sich die Fakultät ausdrücklich gegen die Einführung von BA/MA ausspricht und gewährleistet, dass das Studienfach Bildende Kunst von dieser Einführung definitiv unbetroffen bleibt Wiedereinführung des Großfachs Bildende Kunst Veränderung der bisherigen BA/MA Module mit offenem Ausgang d.h. Wiedereinführung des Staatsexamens muss möglich sein
II. KLASSENWAHL DER GRUNDLEHRE
In der jetzigen Situation, stehen der Grundlehre elf ProfessorInnen/Fachklassen zur Verfügung. Zusammen mit den Studienwechslern bedeutete dies, dass sich etwa vier Studenten auf eine Klasse bewerben. In Anbetracht des begrenzten Raumes, der den Klassen zur Verfügung steht, führt dies zwangsläufig zu Engpässen.
Die Interessen der Studierenden lassen sich jedoch nicht statistisch aufteilen, so dass es bei manchen Klassen zu sehr hohen Bewerberzahlen käme. Viele Klassen können das nicht leisten. Abgesehen davon wäre in übergroßen Klassen eine individuelle künstlerische Zusammenarbeit auch für die ProfessorInnen zunehmend schwieriger. Überhaupt ist es fraglich, ob in allen Bereichen - speziell Fotografie und Neue Medien - eine ausreichende künstlerische Betreuung zur Verfügung steht. Auch kann es nicht sein, dass Studierenden zwar in Klassen eingetragen sind aber dort keinen Arbeitsplatz haben.
Es müssen schnell Lösungen entwickelt werden, so dass alle eingeschriebenen Studierenden ein ordentliches Studium absolvieren können.
III. RÄUMLICHKEITEN
Wir fordern eine unverzügliche Offenlegung der Raumvergabe und die Nennung der dafür Zuständigen Die Aula soll weiterhin Atelier bleiben Zahlreiche Ateliers im ersten Stock werden mittlerweile durch Kunstgeschichte, Fachdidaktik und Erziehungswissenschaften genutzt, während den Studierenden Arbeitsräume fehlen. Wir fordern eine Rückgabe dieser Ateliers an die Studierenden. Die Fakultät BK verfügt seit den massiven Umstrukturierungen der Vergangenheit (Aufgabe der Grunewaldstrasse sowie Lietzenburgerstrasse) an wesentlich weniger Räumlichkeiten für Ateliers und Werkstätten. Z.B. steht lediglich ein Schwarz-Weiß-Labor mit Arbeitsmöglichkeiten für max. 4 Studierende einer Zahl von über 600 Studierenden zur Verfügung. Durch die Einführung von BA/MA sowie der Aufgabe der Werkstätten in der Grunewaldstrasse und Lietzenburgerstrasse schränken Werkstattkurse das freie Arbeiten im Schwarz-Weiß-Labor zusätzlich ein. Es stehen lediglich acht Computerarbeitsplätze nur zweimal pro Woche von 9 ? 16 Uhr in der Werkstatt Grunke zum freien Arbeiten zur Verfügung, weil die restliche Zeit mit Kursen überbelegt ist.
Experimentelles und forschendes Arbeiten ist momentan nicht möglich. Die eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten generieren Ergebnisse, die vorläufig bleiben müssen. Studierende können nicht ausreichend produzieren, um sinnvolle, regelmäßige Arbeitsbesprechungen mit den ProfessorInnen zu führen. Wir fordern mehr Raumkapazitäten und Ausstattung, die der Anzahl von über 600 Studierenden gerecht wird.
IV. GREMIEN
Wir fordern den weiteren Bestand der SELBSTVERWALTUNG: Der Institutsrat BK muss bestehen bleiben und seine Rechte verstärkt werden ? wie im Hochschulrahmengesetz vorgesehen. Die Studierendenschaft soll das gleiche Stimmrecht in allen Gremien wie die Professorenschaft erhalten Zuständigkeiten der einzelnen Gremien müssen transparent sein Wir fordern dass Fakultätsratsmiglieder nicht vorzeitig die Sitzungen verlassen, sobald ein Konflikt auftritt Wir fordern die Gewährleistung, dass Fakultätsräte nicht aus zeitlichen Gründen oder aus anderen Gründen abgebrochen werden oder vertagt werden, da studentische Anträge am Schluss der Tagesordnung stehen. Wir fordern, dass studentische Anträge im Protokoll aufgeführt werden. Es muss geklärt werden, wer die eigentliche Entscheidungsbefugnis besitzt. Die Verwaltung besitzt nur ausführende Funktion ? sie arbeitet den Gremien zu und setzt deren Beschlüsse um und besitzt keine Entscheidungsbefugnis. Diese muss in den Gremien bleiben. Entscheidungen der Institute müssen richtig umgesetzt werden. (z.B. Projektantrag von Frau Katja Diefenbach, der durch das Institut Kunst beschlossen wurde). Wir fordern dass die Verwaltung der Internationalität dieser Universität Rechnung trägt ? dabei sind Englischkenntnisse absolutes Minimum. Die Funktion und Machtbefugnis des Präsidenten muss überdacht werden. Wir fordern keine weitere Verlagerung zu einer Präsidialherrschaft. (Bsp.: Entmachtung der Fakultät in der BA/MA Frage) Organisationsstrukturen, Kompetenzen und Hierarchien müssen transparent gemacht werden Wir stellen die Beschlussfähigkeit des Instituts Kunst und Ästhetik aufgrund der geringen Studierendenzahl in Frage
V. VERWALTUNG
Wir fordern eine externe Überprüfung der Arbeit, die durch die Verwaltung geleistet wird. Es kann und darf nicht sein, dass Protokolle nicht stimmen, dass Gelder verfallen, weil Fristen nicht bekannt gegeben werden und Anträge und Beschlüsse durch Nichtbearbeitung verzögert und dadurch teilweise sogar verhindert werden.